You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Allplan - eine Entwicklungsgeschichte von 1984 bis heute

Nemetschek, Allplan
Bild 1: Allplan 1989: Die immer gleiche Oberfläche mit der feststehenden Anordnung der Menü- und Bedienleisten unterstützte den Anspruch an intuitive Bedienbarkeit. Foto: Nemetschek AG, München

Allplan wurde 1983/84 als allgemeines CAD-System für 2-D-Elemente konzipiert. Die Programmentwicklung berücksichtigte – unter dem direkten Einfluss der Arbeit im
Ingenieurbüro für Tragwerksplanung Nemetschek – besonders die Arbeitsweise von Bauingenieuren und ihre Besonderheit in der Planerstellung. Die große Praxisorientiertheit spiegelte sich in verschiedenen Grundelementen wider, so konnte beispielsweise das Objekt »Kreis« in einer Eingabefunktion intuitiv als Mittelpunktskreis, Kreis durch 3 Punkte, Kreis zwischen Tangenten usw. eingegeben werden. Die Reihenfolge der Eingabe und Auswahl der Objekte steuerte die Logik der Funktion. Während die sich auf dem Markt befindlichen Programme zum großen Teile Zeichenprogramme waren, war und ist Allplan ein Konstruktionsprogramm, das in realen Abmessungen arbeitet.

Anfangs ersetzte ein Tablett die Maus, da das CAD-Programm noch vor ihrer Erfindung entstanden war. Das System hatte von Anfang an eine Mehr-File-Technik, d.h. ein Gebäude konnte stockwerkweise aufgeteilt oder Grundriss und Layout konnten getrennt werden. Mit dieser Philosophie war es bereits 1985 möglich, mit mehreren Personen an einem Projekt zu arbeiten. Unterschiedliche Pläne konnten aus einer Quelle zeitsparend abgeleitet werden.

Bereits 1985/86 wurde mit der Entwicklung eines Bewehrungsmoduls begonnen. Das noch 2-D-orientierte Programm zeichnete sich durch komfortable bewehrungsplan-spezifische Beschriftungsfunktionen aus. Ebenfalls 1986 entstand eine integrierte Lösung zur Berechnung von Bauteilen nach der finiten Elementmethode (FEM). Damit war Allplan ein Wegbereiter für die breite Akzeptanz für FEM-Programme im Bauwesen. Diese Integration wurde in den folgenden Jahren mit Automatismen zur Erzeugung von FEM-basierten Bewehrungsplänen ausgebaut.

Ende der 80er Jahre beschäftigten sich die Entwickler vornehmlich mit der Generierung von Modulen für den Bauingenieur. So entstand ein integriertes digitales Geländemodell, später ein Modul zur Erstellung von Positionsplänen und vieles mehr.

1987 begann Nemetschek mit der Entwicklung eines Architekturmoduls. Es entstanden Objekte wie Wand, Decke, Öffnung usw. Diese 3-D-Objekte hatten ein intelligentes Verhalten, das heißt Wandanschlüsse waren automatisch, Öffnungen modellierten die Wand, Wände passten sich automatisch an Dachebenen an. 1988 wurde Allplan um Schnittstellen zu Konkurrenzprodukten, da-runter die DXF-Schnittstelle zu AutoCAD, ergänzt. Im gleichen Jahr wurden die ersten Schritte zur Internationalisierung unternommen und Allplan in weitere Sprachen übersetzt.

Bereits Ende der 80er Jahre setzte Allplan auf den objektorientierten Ansatz als BIM-Programm, das es erlaubte, mehr als nur zu zeichnen oder zu modellieren. Objekte wie Treppe, Dach wurden zusammen mit dem Anwender entwickelt. Das Gebäudemodell lieferte Mengen nach hinterlegten Regeln bis hin zum Ausbau. Allplan hatte als erstes Architektursystem das Objekt Raum. Mit ihm war es möglich, Ausbauflächen am Raum zu definieren und exakt auszuwerten.

Allplan ist ein 3-D-Programm, das sich durch eine intuitive Bedienung, wie man es vom Zeichentisch gewohnt ist, auszeichnet. Eine Wand wird im Grundriss eingegeben, durch Anpassung an Stockwerksebenen entsteht der Wandkörper. Ergänzt wurde das Ganze durch Hidden-Kalkulationen zur automatischen Schnitt- und Ansichtsgenerierung sowie wie Animationstools. Die Allplan 3-D-BIM-Welt zeichnete sich durch eine einfache und nahezu intuitive Benutzerführung aus, ohne dabei auf wichtige Informationen für Automatismen und Analysen verzichten zu müssen.

1993 wurde das Geschäftsfeld Nutzen mit dem Bereich Allfa – Facility Mangement entwickelt. Allplan dient als grafische Oberfläche für das datenbankgestützte System für Wartung, Umzug usw.

1997 wurde mit der Entwicklung von Systemen für das elementierte Bauen (Vorfertigung) begonnen. Auch hier dient Allplan als Plattform. Der Bereich umfasst das Modellieren von Fertigteilen im Bereich Wände, Decken und konstruktive Fertigteile, die automatische Planerstellung, die Produktionsplanung und Logistik für die Transportplanung.

Allplan heute ist ein Programmsystem zum Modellieren von Bauwerken. Das Building Information Modell ist die Voraussetzung für die Planerstellung, Mengenermittlung, Grundlage für statische Analysemodelle, Gebäudemodell für die Haustechnik und vieles mehr. Die hybride Arbeitstechnik Plan-Modell erlaubt einerseits eine einfache Bedienung, zum andern einen hohen Informationsgehalt der erzeugten Objekte. Plan und Modell stehen in einer assoziativen Beziehung. Änderungen im Plan beeinflussen das Modell und umgekehrt. Allplan wurde als DOS-Entwicklung begonnen. Doch schon 1988 war Allplan als spezielles UNIX System »Super Nova 32« als erweiterte PC-Lösung verfügbar. Es folgten verschiedene Unix-Lösungen für HP, IBM usw. Heute unterstütz Allplan in erster Linie die Windowswelt.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2011

50 Jahre DETAIL - Konstruieren heute und morgen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.