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Bedeutendes Archiv in der Dresdener Neustadt

Girnghuber, Gima, Dresden, Sächsisches Staatsarchiv
Foto: GIMA-Ziegel/Jörg Schöner, Dresden

Die Unesco hat das Sächsische Staatsarchiv in der Dresdener Neustadt, als eines der 100 bedeutendsten Archive der Welt eingestuft. Das zwischen 1912 und 1915 nach einem Entwurf von Reichelt errichtete und unter Denkmalschutz stehende Ensemble sollte jetzt im Auftrag des SIB Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagemant architektonisch aufgewertet und um ein neues Magazingebäude ergänzt werden. Zusammen mit dem durch seine fast geschlossenen schweren Backsteinfassaden geprägten neuen Magazinbau entsteht so nach den Entwürfen von Schweger Associated Architects, Hamburg ein spannungsvoller Dialog und ein neues Gleichgewicht der drei markanten Baukörper.

Der Neubau entstand auf dem im Südosten direkt an die Altbauten angrenzenden, als Reservefläche vorgehaltenen Grundstück und ergänzt so die straßenseitigen Bestandsgebäude in Form eines dritten, monolithisch anmutenden Kubus. Der Wert dessen, was hier archiviert wird, stellt dennoch höchste Anforderungen an das Bauwerk: der Schutz vor Feuer, Wasser und Licht, aber auch unberechtigtem Zugriff. Eine funktional und energetisch optimierte Lösung bei gleichzeitiger Einbindung in die wertvolle Altbausubstanz waren deshalb als zentrale Entwurfskriterien vorgegeben. Der kompakte Neubau zeigt nach außen eine bauphysikalisch hochwertige schwere Backsteinfassade, vermauert im wilden Verband, mit Reminiszenzen an historische Lagerhäuser. Die Fassaden sind weitgehend geschlossen, um das Archivgebäude vor Licht und klimatischen Schwankungen zu schützen. Fensteröffnungen waren auf ein Minimum zu reduzieren.

Die vier Archivsäle, gruppiert um den mittig angeordneten Kern, der Treppen, Aufzüge und Installationsschächte aufnimmt, sind je Geschoss um 90° um den Kern gedreht und mit je zwei Fenstern in Verlängerung der Flure belichtet. Die Fassaden des neuen Magazinbaus bestehen aus einem hellen Klinker mit Farbbezeichnung »Passo« im Riegelformat von Girnghuber. Fuß- und Glattsortierungen wurden gemischt und das Standard-Format von 490 x 115 x 40 mm im unregelmäßigen Wechsel mit den kürzeren Längen von 365 und 150 mm im wilden Verband vermauert. Die Vermörtelung der bewusst sehr schmal gehaltenen Lagerfugen ist der Farbe des Steins angeglichen. So entsteht ein homogenes »Kleid« mit einem feinen unregelmäßigen Relief. In jedem zweiten Geschoss ist die Fassade durch eine jeweils eingerückte Ziegelreihe sowie die entsprechend versetzt angeordneten Kastenfenster sparsam strukturiert. Die innere Ordnung wird so ablesbar und vermittelt einen massiven schützenden Charakter.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2009

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