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Die Vielfalt der vorgehängten hinterlüfteten Fassade

FVHF, Fassadenpreis, vorgehängte, hinterlüftete, Fassaden, VHF
Bild 1: Preisträger 2011: Das Jüdische Gemeindezentrum in Mainz.

Keramik oder Metall, Glasmosaik oder HPL-Platten – die prämierten Arbeiten des Deutschen Fassadenpreises 2011 für VHF zeigen eindrucksvoll die enorme Bandbreite der Fassadengestaltung mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden.

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Bild 2: Jörg Hempel, D-Aachen
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Bild 3: Christian Richters, D-Münster
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Bild 4: Constantin Mayer, D-Köln
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Bild 5: Ben Knabe, D-Frankfurt/Main
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Bild 6: Horst Goebel, D-Hünstetten-Görsroth
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Bild 7: Stefan Müller-Naumann, D-München
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Bild 8: Thomas Völkel, D-Leipzig

Der Preisträger – das Jüdische Gemeindezentrum in Mainz von Manuel Herz Architekten, Köln/Basel überzeugte nicht nur durch das starke, symbolhafte Gesamtkonzept, sondern vor allem auch durch die außergewöhnliche Keramikfassade, die mit gegen­einander verlegten und versetzten Keramikelementen eine Herausforderung für alle Beteiligten war und in dieser Art nur als vorgehängte hinterlüftete Fassade ausgebildet werden konnte. Mit der reliefartigen Form der Keramikelemente, dem perspektivschen Muster und den schillernden Oberflächen konnten die Architekten die ansonsten zweidimensionale Oberfläche einer Fassade ungewöhnlich plastisch erscheinen lassen.

Neben dem Hauptpreisträger wurden von der Jury noch zwei Auszeichnungen und fünf Anerkennungen vergeben: Harter + Kranzler Freie Architekten aus Freiburg überzeugten mit der unaufdringlichen Art und Weise, HPL-Platten in der Fassade des Erweiterungsbaus des Inda-Gymnasiums in Aachen einzusetzen. Offene und geschlossene Fassadenteile im Wechsel sorgen hierbei nicht nur für ein lebendiges Erscheinungsbild, sondern durch die optimale Dämmung der VHF und die moderne Dreifachverglasung auch dafür, dass die maximal zulässigen Transmissonswärmeverluste der Gebäudehülle deutlich unter den Vor-gaben der neuesten Energieeinsparverordnung bleiben.

Die zweite Auszeichnung vergab die Jury an msah architektur, Köln, für ihr Projekt »Metallwerkstück« mit einer Fassade aus wetterfestem Baustahl. Die Jury hob hierbei vor allem den Aspekt Corporate Architecture hervor, dem der Firmensitz in Bad Laasphe in besonderer Weise gerecht wird.

Aber auch die fünf Anerkennungen boten gestalterisch kreative und technisch überzeugende Lösungen: So erhielt das Projekt »Haus Papst Benedikt XVI.« Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum in Altötting, von Brückner & Brückner Architekten, Würzburg/Tirschenreuth, eine goldfarbene Messingbekleidung, die das Thema des Gebäudes schon von außen bestens ablesbar macht. Das Wohn- und Geschäftshaus »Royal« in Frankfurt am Main von Schneider und Schumacher, ebenfalls Frankfurt, passt sich mit seiner geschwungenen Fassade aus Glasmosaikfliesen auf einer Trägerplatte aus Blähglasgranulat besonders gut in den städtebaulichen Kontext ein. Das Thema »Dach als fünfte Fassade« setzten Hille Architekten BDA aus Ingelheim am Gemeindezentrum in Ginsheim-Gustavsburg gekonnt um. Die HPL-Platten wurden hier sowohl als Dach- wie als Fassadenbekleidung eingesetzt und unterstreichen damit den boxartigen Charakter des Gesamtbaukörpers.

Beim Laborgebäude des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen von Adam Architekten aus München spielte hingegen das Thema Natur eine große Rolle. Das Bauwerk mit seiner Fassade aus waagrecht montierten Lärchenholzbrettern fügt sich perfekt in die bewaldetet Umgebung ein und überzeugte zudem durch seine saubere Detaillierung. Eine fünfte Anerkennung erhielt die Wiederverwertung der Aluminium-Fassadenelemente des 2007 abgrissenen Horten-Kaufhauses in Hamm von 1966 an der Freiluftbibliothek in Magdeburg. Die Jury lobte hier den unkonventionellen Ansatz von KARO* Architekten aus Leipzig, sich mit dem Thema Recycling auseinanderzusetzen und dem Projekt damit einen »verblüffend anderen architektonischen Ausdruck« zu verleihen. Schon allein diese kleine Auswahl an prämierten Projekten zeigt das enorme Spektrum an möglichen Bauaufgaben, die Vielfältigkeit der Materialien, mit denen VHF gestaltet werden können, und das große kreative Potenzial, welches in dem System steckt. Die acht Projekte sind in der Dokumentation »Ausgezeichnete Architektur« ausführlich beschrieben. Die Broschüre steht auf der Homepage des FVHF e.V. zum Download bereit oder kann als gedruckte Version über die Geschäftsstelle angefordert werden.

Bild 1:Preisträger 2011: Das Jüdische Gemeindezentrum in Mainz.
Bild 2:Eine Auszeichung erhielt die Erweiterung des Inda-Gymnasiums in Aachen.
Bild 3:Ebenfalls mit einer Auszeichnung geehrt wurde das Projekt Firmensitz in Bad Laasphe.
Bild 4:Mit einer Anerkennung versehen: Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum in Altötting
Bild 5:Eine weitere Anerkennung erhielt das Wohn- und Geschäftshaus Royal in Frankfurt am Main.
Bild 6:Eine Anerkennung auch für das Gemeindezen­trum Ginsheim-Gustavsburg.
Bild 7:Ebenfalls eine Anerkennung ging an das Labor-gebäude des Max-Planck-Instituts, Seewiesen
Bild 8:Die fünfte Anerkennung erhielt die Freiluft-Bibliothek in Magdeburg.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 6/2011

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