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Extravagantes Schalenwerk aus Glas

Okalux, PalaisQuartier, Frankfurt
Foto: Heike Frank, Innoverre

»PalaisQuartier« heißt das Areal in der Frankfurter Innenstadt, auf dem der italienische Architekt Massimiliano Fuksas das Einkaufszentrum »MyZeil« als städtebaulichen Eingang plante. Daneben entstehen 2010 auf dem 1,7 ha großen Gelände ein 135 m hoher Büroturm, ein fast 100 m hohes Hotel sowie die Rekonstruktion des Palais Thurn und Taxis. Fuksas verteilte die 47 000 m2 Verkaufsfläche mit fast 100 Geschäften auf sechs Etagen und umhüllte seinen Entwurf mit einem prismatisch unterteilten gläsernen Schalentragwerk aus Sonnenschutz-Isolierglas. Die ungezwungene, fließende Bewegung dieser Schale ist es, die dem neuen Gebäude ein hohes Maß an Aufmerksamkeit beschert. Eine außergewöhnliche Geste ist die bis in die Erdgeschosszone gezogene Öffnung im Dach. Wie ein zu Kristall erstarrter Wirbelsturm durchstößt die fast 15 000 m2 große Glaskonstruktion das Gebäude. Etwa 3 500 Einzelscheiben mit dreieckiger Paßform wurden für das gläserne Dachtragwerk benötigt. Jede Scheibe hat einen individuellen Zuschnitt und kann dadurch nur an der geplanten Stelle verwendet werden.

Da die Fassade vom Außen- in den Innenbereich übergeht, kamen über 10 verschiedene Glastypen in zahlreichen Aufbauvarianten zum Einsatz. Nur so konnte auf die jeweilige klimatische Situation präzise reagiert werden. Die statische, energetische und lichttechnische Entwicklung der Glasscheiben übernahm Innoverre. Ebenso die aufwändige Produktions- und Montagelogistik. Die Einzelscheiben wurden von Hero-Glas zugeschnitten, vorgespannt und laminiert. Der Glasaufbau besteht aus einer ESG-H- Scheibe mit Vision 50 in 10 mm Dicke und einem VSG-Glas aus 2 ? TVG 8 mm mit einer 1,52 mm Zwischenfolie. Als einer von wenigen europäischen Betrieben kann Hero-Glas vorspannfähige Schichten bis zu 12 mm verarbeiten. Okalux als Spezialist für Funktionsgläser fügte die Einzelscheiben zum Verbund zusammen. Aufgrund der beengten Baustellenverhältnisse wurde die Stahlkonstruktion weitgehend vorgefertigt. Eine Herausforderung war die Montage der Einzelscheiben. An den jeweils unzugänglichsten Stellen wurden sie von Bergsteigern montiert. Außerdem galt es, die 3 500 Einzelscheiben in der richtigen Montagereihenfolge bereitzustellen.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2010

Bauen mit Beton

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