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Foto: Ioana Marinescu

Gemeinschaftliche Innenhof-Oase: Baugruppe in London

Die älteren Vororte Londons bieten ein bemerkenswert einheitliches Bild: Endlose Reihen verklinkerter Reihenhäuser, meist zweigeschossig, flankieren die Straßen; meist grenzen übermannshohe Mauern die handtuchschmalen Gärten voneinander ab.

Mit Londons erstem von einer Baugruppe finanzierten Wohnkomplex haben HHbR Architects nun den genauen Gegenentwurf zum allgegenwärtigen Privat-Einerlei geliefert. Die sechs zwei- bis dreigeschossigen Häuser stehen umgeben von Privatgärten in einem Blockinnenraum im Norden der Stadt und bieten derzeit sieben Erwachsenen und sechs Kindern eine Heimat. Ökonomische und ökologische Überlegungen gaben gleichermaßen den Anstoß für das gemeinschaftliche Bauvorhaben. Durch die gemeinsame Nutzung eines Veranstaltungsraums, einer Werkstatt, einer Waschküche sowie der Gärten auf dem 1000 Quadratmeter großen Grundstück wollten die Bauherren ihre individuelle Wohnfläche minimieren und so Kosten und Ressourcen sparen. Der Druck, Neues auszuprobieren, lässt sich auch in Zahlen fassen: Allein im Jahr 2013 sind die Londoner Preise für Wohnimmobilien um fast 15 % gestiegen. Im Falle der Copper Lane gründeten die Bewohner gemeinsam ein privatrechtliches Unternehmen, dem das Grundstück und diGebäude gehören. Die einzelnen Parteien sind nun Mieter in ihren Häusern.

Die Gemeinschaftsterrasse als Treffpunkt

Die Mini-Siedlung ist komplett autofrei und wird von Norden über einen Fußweg zwischen den Nachbargärten erschlossen. Die sechs Häuser gruppieren sich um eine gemeinschaftliche Freiterrasse, unter der der Gemeinschaftsraum mit seiner markanten Kappendecke aus Beton liegt. Er ist von den Untergeschossen aller Häuser aus direkt erreichbar. Die individuellen Wohnräume hingegen orientieren sich vorwiegend nach außen, zu den Gemeinschaftsgärten hin, die teilweise auch von den Schülern einer nahe gelegenen Waldorfschule für den Gemüseanbau genutzt werden. Die vorwiegend horizontal ausgerichteten Fenster gewähren Panoramablicke ins umliegende Grün. Zudem bringen sheddachartige Oberlichter Südlicht bis in die nördlichen, anderenfalls nur schlecht belichteten Bereiche der Obergeschosse. 

Recycling-Ziegel vor Holzrahmenkonstruktion

Die Untergeschosse der Häuser wurden aus Beton errichtet, die Obergeschosse bestehen aus einer Holzrahmenkonstruktion. Um den ökologischen Fußabdruck der Neubauten zu minimieren, nutzten die Architekten das Abbruchmaterial eines verlassenen, eingeschossigen Stahlbetonskelettbaus auf dem Grundstück — allen voran dessen Ziegelverblender — für die Außenanlagen. Für die Häuser selbst verwendeten sie eine reduzierte Palette robuster Materialien. Die beiden dreigeschossigen Häuser erhielten eine Ziegel-Vormauerung und die vier Zweigeschosser sind mit thermisch behandeltem Holz verkleidet. Auch die dreifach verglasten Fenster erhielten die Holzrahmen; auf den Fußböden liegt Douglasienparkett. Mit U-Werten von 0,14 W/m²K für die Außenwände, 0,10 W/m²K für die Bodenplatte und 0,09 W/m²K für die Dächer erreichen die Häuser nahezu Passivhausstandard. Auch die Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (je eine pro Haus) tragen zur Begrenzung des Heizwärmebedarfs bei. Gedeckt wird dieser von Gas-Brennwertkesseln und Solarthermieanlagen auf den ­Dächern. Über eine Fußbodenheizung gelangt die Wärme in die Wohnräume.   

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