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Instituts-Neubau für Mess- und Sensortechnik in Einklang mit dem Bestand

Cembrit, Faserzementplatten, Fassade, Dähne Architekten, KSI, Kurt-Schwabe-Institut
Alle Fotos: Rainer Rehberg

Bei der Planung des Neubaus für das Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik (KSI) Meinsberg stand das Architekturbüro Dähne Architekten aus Dresden vor der Aufgabe, einen Gebäudekomplex zu entwickeln, der sich von außen harmonisch in die Natur eingefügt und von innen eine hochmoderne Forschungseinrichtung ist. Der Neubau ersetzt nun ein 1980 errichtetes Bürohaus und trägt damit den gewachsenen Anforderungen an weitere Labor- und Technologieräume Rechnung.

Eine maßgebliche Rolle bei der Gestaltung des Neubaus spielte das bestehende Institutsgebäude – eine ehemalige Mühle aus rotem Felssteinmauerwerk und verklinkerter Fassade im Stil eines eingeschossigen Industriebaus. Bereits seit 60 Jahren beherbergt der über 100 Jahre alte Komplex das KSI Meinsberg als »Forschungsinstitut für chemische Technologie«. Daneben wurde auch die einzigartige Landschaftsstruktur in die Gestaltung einbezogen. Denn das Institut befindet sich rund 40 km von Chemnitz entfernt, direkt in einem bewaldeten Tal und parallel zum natürlichen Flusslauf der Zschopau. Die Architekten schafften eine  harmonische Verbindung von Alt und Neu.

Cembrit, Faserzementplatten, Fassade, Dähne Architekten, KSI, Kurt-Schwabe-Institut

Die Fassade wurde mit Cembrit-Faserzementplatten in einem hellen und natürlichen Sandton gestaltet. So spiegeln die Platten mit ihrer lebendigen Oberfläche und Struktur das ins Tal einfallende Licht ohne künstlich zu wirken und erzeugen einen passenden Kontrast zum roten Naturstein des alten Instituts. Um das Felsmauerwerk des Altbaus optisch aufzugreifen, wurden die Faserzementplatten in schmalen, liegenden Bahnen montiert. Durch eine gegeneinander versetzte Anordnung der 3050 ? 250 mm verlegten Platten wird das Fugenmuster des Altbaus modern interpretiert. Die kleinteilige Verwendung der Platten erzeugt dabei ein feingliedriges Muster. Ebenfalls aus Faserzementplatten gestaltet sind die Lamellen der stationären Verschattungselemente über den Fenstern und erzeugen durch die Materialgleichheit einen harmonischen Gesamteindruck. Innovativ und modern ist auch der Schriftzug des Instituts am Eingang. Dieser wurde mit einem Laser aus den Faserzementplatten geschnitten und auf eine Stahlträgerplatte aufgebracht.

Auch im Innenraum des neuen Instituts setzen sich die klaren Strukturen des Außenbereichs fort. Einen spannenden räumlichen Effekt erzeugt das Foyer, das ebenfalls mit den sandfarbenen Faserzementplatten verkleidet wurde. Dies schafft eine Zwischenzone für den Besucher, einen halböffentlichen Raum, in dem sich Innen- und Außenbereich begegnen. Um die räumliche Spannung aufrechtzuerhalten, wurde der Eingangsbereich verglast. Da beide Gebäudekomplexe auf dem Grundstück leicht versetzt, aber parallel zueinander angeordnet sind, ist der alte Bestand vom Gebäude­inneren aus sichtbar. Gleichzeitig wird der Eindruck eines inneren Außenraums verstärkt, da sich alle Etagen des neuen Gebäudes zum Eingangsbereich öffnen. Die etagenweise klare Aufteilung der Räume wird den hohen Grundanforderungen des Gebäudes gerecht. Dabei dient die Neigung der Südseite um 6 Grad nach außen der Einteilung in größere und kleinere Büroeinheiten auf den jeweiligen Etagen. Bei Bedarf können die Einheiten mit Trockenbau- oder mobilen Trennwänden flexibel unterteilt werden. Während sich im Untergeschoss die Haustechnik, Labor- und Technologieräume befinden, sind im Erdgeschoss die Verwaltung mit Archiv, Konferenz- sowie Büroräume und im Obergeschoss weitere Büro- und Laboreinheiten untergebracht. Die Projektsteuerung übernahm M. Kleinschmidt GmbH.

Cembrit, Faserzementplatten, Fassade, Dähne Architekten, KSI, Kurt-Schwabe-Institut
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2011

Massive Bauten

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