20.10.2010

Villa Waldfrieden erwacht nach über 15 Jahren aus dem Dornröschenschlaf

Das konsequent organisch gestaltete Wohnhaus ließ der anthroposophisch orientierte Wuppertaler Lackfabrikant Prof. Kurt Herberts zwischen 1946 und 1949 auf den Fundamenten des im Krieg zerstörten Vorgängerbaus errichten. Geplant wurde die Villa von dem Architekten und Maler Franz Krause. Das skulpturale Gebäude ist dem organischen Architekturkonzept Rudolf Steiners verpflichtet, setzt aber auch expressive Ansätze der bildenden Kunst in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts in die dritte Dimension um. Tony Cragg erkannte im Jahr 2005 die Einzigartigkeit des Anwesens im Zentrum seiner Wahlheimatstadt. Ein Jahr später konnte der Künstler die denkmalgeschützte Villa mitsamt dem 15 ha großen Park erwerben und in Abstimmung mit der Denkmalpflege mit einer aufwendigen Sanierung beginnen.

Innerhalb von zwei Jahren entstand aus dem Anwesen ein Skulpturenpark, in dem monumentale Werke Tony Craggs, aber auch Arbeiten anderer Bildhauer ausgestellt werden. Über dem ehemaligen Schwimmbecken wurde dazu ein schlichter Glaspavillon für Wechselausstellungen errichtet. Zur größten Herausforderung aber wurde die grundlegende und längst überfällige Sanierung der denkmalgeschützten Villa. Die Restaurierung des luxuriösen Bauwerks mit seinen unregelmäßigen Wänden, gerundeten Fenstern, Türen und Möbeln erforderte größtes handwerkliches Können und vor allem unzählige Arbeitstunden. Nahezu 60 Fachplaner und Handwerker waren mit der Umsetzung aller notwendigen Arbeiten befasst. Die alten Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen mussten ersetzt werden, eine neue Heizung wurde eingebaut, die Bäder erneuert und die Einbaumöbel restauriert. Sämtliche Innenwände befreite man von den alten Anstrichen und Putzen. Die Wandflächen ebenso wie die mit Hohlkehlen und indirekter Beleuchtung gestalteten Übergänge von Wand zu Decke wurden neu verputzt und von Craggs Mitarbeitern in mühevoller Handarbeit nachgeschliffen, sodass die Bauteile nahtlos wie eh und je ineinander übergehen.
Im Hinblick auf die Farbgestaltung der Innenräume hat sich Tony Cragg die Freiheit genommen, vom Originalzustand abzuweichen. Bei der subtilen farblichen Umgestaltung der Oberflächen spielten mineralische Farben von Keimfarben eine wichtige Rolle. Das ganze Haus ist durchzogen von einer komplementären gelb-violetten Farbstimmung in homöopathischer Potenzierung. Tony Cragg persönlich zeichnet für die Farbtöne verantwortlich, die in Zusammenarbeit mit Malermeister Torsten Schrumpf abgemischt wurden. Schrumpf empfahl die Sol-Silikatfarbe »Optil« von Keim. Das darin enthaltene transparente Wasserglas lässt Lichtstrahlen, anders als bei milchigen Dispersionen, ungehindert auf die Pigmente treffen. Diese Leuchtkraft schafft in Verbindung mit der tuchmatten Oberflächenqualität eine faszinierende Optik. Optil hat sich bei diesem Projekt mit seinen extrem anspruchsvollen Farbmischungen in starker Verdünnung und den besonderen Anforderungen an das Erscheinungsbild als die ideale Wandfarbe erwiesen. Beim Betreten der Villa scheinen alle Wände weiß gestrichen zu sein, wandert der Blick jedoch von Raum zu Raum, erkennt man die Komplementärfarbigkeit der Gestaltung. Auch der Außenraum und die Lichtverhältnisse verändern die Farbwirkung. Liegen die Oberflächen in Schattenbereichen, wirken die Farben stärker, und umgekehrt, je stärker das Licht auf eine Fläche fällt, umso weniger kann man die Farbe sehen.
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