Neue Adresse mit Signalwirkung
Busch & Takasaki Architekten schaffen Holz-Kupfer-Skulptur in Hamburg
Der Entwurf ist von einem stringenten Nachhaltigkeitskonzept geprägt. Die Verwendung von ressourcenschonenden Materialien für Tragwerk und Hülle bildet die zentrale Entwurfsidee. © Bryn Donkersloot
An der Bramfelder Chaussee, wo bisher keine eindeutige Adresse den Campus der Hamburger Energienetze markierte, setzt nun ein skulpturaler Pavillon ein sichtbares Zeichen. Der dreigeschossige Bau erhebt sich leicht abgerückt von der Straße und ist bereits aus der Ferne zu erkennen. Er dient als Empfang, Ausstellungsort und Treffpunkt für Mitarbeitende und Gäste. Für den Entwurf waren die Architekten Busch & Takasaki verantwortlich, die Generalplanung und Bauleitung lag bei gmp Architekten. Das Ziel war ein Gebäude, das Orientierung schafft, Offenheit signalisiert und die Unternehmenswerte Innovation, Nachhaltigkeit und Energie architektonisch ausdrückt.


Die gestalterisch hochwertigen, linearen Treppenläufe verbinden die verschiedenen Nutzungsebenen miteinander und betonen die Vertikalität des Ausstellungsraums. © Bryn Donkersloot
Skulpturale Form und klare Raumstruktur
Der als vertikale Raumskulptur konzipierte Pavillon hebt sich damit deutlich von der umgebenden Gewerbe- und Bürobebauung ab. Die verschiedenen Nutzungen – Empfang, Ausstellung, Besprechung und Pausenbereiche – sind kompakt übereinandergestapelt und über eine offene Treppe miteinander verbunden. Große Verglasungen im Erdgeschoss schaffen Transparenz und verknüpfen Innen- und Außenraum. Durch dezente Auskragungen in der Fassade wird der Blick gelenkt und Besucherinnen werden intuitiv zum Eingang geleitet. Je nach Blickwinkel wirkt der Baukörper unterschiedlich: mal geschlossen und monumental, mal leicht und offen – eine klare, aber wandelbare Figur im Stadtraum.


Eine Kupferfassade dient als Hülle und ist somit ein weithin sichtbares, kommunizierendes und identitätsstiftendes Material. © Bryn Donkersloot
Holztragwerk und Kupferfassade als Identitätsträger
Die Konstruktion basiert auf einem sichtbaren Holzfachwerk, das sowohl das Tragwerk als auch die räumliche Struktur bildet. Es sorgt für eine warme Atmosphäre und macht deutlich, dass Nachhaltigkeit hier nicht nur ein technisches, sondern auch ein gestalterisches Prinzip ist. Während das Erdgeschoss rundum verglast ist, sind die oberen Ebenen mit einer Kupferfassade verkleidet. Die vertikale Gliederung mit Stehfalz und perforierten Elementen erzeugt Tiefe und Plastizität. Tagsüber reflektiert das Kupfer das sich verändernde Licht, nachts erstrahlt der Baukörper von innen und setzt so ein lebendiges Zeichen an der Bramfelder Chaussee.


Das Erdgeschoss ist rundum verglast, sodass die Konstruktion des Holzfachwerks auch von außen sichtbar ist. © Bryn Donkersloot
Nachhaltigkeit als Leitmotiv
Das Projekt folgt einem durchdachten Energiekonzept: Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach unterstützt die Stromerzeugung, die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme und eine Fußbodenheizung sorgt für einen effizienten Betrieb. Die Lüftungsanlage arbeitet mit Wärmerückgewinnung. Auf eine aktive Kühlung wurde verzichtet. Der Pavillon erfüllt die höchsten Anforderungen an Barrierefreiheit und strebt eine DGNB-Gold-Zertifizierung an. Mit seiner Holzbauweise, dem Einsatz recycelbarer Materialien und dem Verzicht auf Schadstoffe setzt das Gebäude ein starkes Zeichen für verantwortungsvolles Bauen und gibt den Hamburger Energienetzen eine neue, unverwechselbare Adresse.
Entwurfsarchitekten: Busch & Takasaki Architekten BDA
Generalplanung, Ausführungsplanung, Objektüberwachung: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Bauherr: Hamburger Energienetze GmbH
Standort: Bramfelder Chaussee 130, 22177 Hamburg (DE)
Landschaftsarchitektur: gm013 Landschaftsarchitektur (LP 1-4), Bruun & Möllers / BBS (LP 5-9)







