05.01.2026 Valentina Grossmann

Frankfurt Rhein-Main ist World Design Capital 2026

Blick auf die Frankfurter Skyline: Die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main ist World Design Capital 2026. © Ben Kuhlmann

Die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main ist von der World Design Organization zur World Design Capital 2026 gekürt worden. Unter dem Motto „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ finden in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen in der Region statt, die gemeinsam eines herausfinden wollen: Was kann Design leisten – für die Gesellschaft, für unser Miteinander, für die Demokratie? Den Auftakt bildet das Grand Opening in der Centralstation in Darmstadt am 16. Januar. Danach wird das World Design Capital-Hub im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt zur zentralen Anlaufstelle: Mit Ausstellungen, Workshops und Diskursformaten bietet das Museum einen offenen Raum für Information, Austausch und kritische Auseinandersetzung.

Das Grand Opening findet in der Centralstation in Darmstadt statt. © Kristof Lemp

Wandel durch partizipative Gestaltung 

Das polyzentrische Ballungsgebiet vereint mehrere ökonomisch und politisch wichtige mittelgroße und kleine Städte miteinander. Als eines der wichtigsten Wirtschafts- und Finanzzentren in Deutschland und Europa hat Frankfurt Rhein-Main trotz der vielen Vorteile mit starken Arbeitgebern, einem breiten Spektrum an Hochschulen und attraktiven Landschafts- und Erholungsgebieten ein Problem: Die Region hat es bisher noch nicht geschafft, all die unterschiedlichen Aspekte zu vereinen. So liegt das übergeordnete Ziel in diesem Jahr darin, die internationale Bühne dafür zu nutzen, eine neue gemeinsame regionale Identität zu schaffen. Gemeinsam sollen die Fragen unserer Zeit beantwortet werden: Wie können öffentliche Räume echten Mehrwert schaffen? Wie tragen Architektur, Mobilität, Wirtschaft oder Digitalisierung zu mehr Lebensqualität bei? Und welche Rolle spielt Design für eine lebendige Demokratie? 400 Projekte und rund 2000 Veranstaltungen laden Bürgerinnen, Bildungseinrichtungen, Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Unternehmen aller Größen dazu ein, aktiv mitzugestalten, auszuprobieren und Impulse zu setzen.

Nachhaltige Stadtentwicklung 

Das Programm beinhaltet verschiedene Schwerpunkte, die zeigen, wie Gestaltung nachhaltige Stadtentwicklung fördert, neue Formen urbanen Wohnens und Arbeitens ermöglicht sowie Mobilität und Bildung neu denkt. Projekte wie „Mobile Gärten“ und „Schattengrün“ zeigen, wie gemeinschaftliches Handeln und kreative Gestaltung den urbanen Raum nachhaltig verändern können: Während mobile Gemeinschaftsgärten in Hanau flexibel dorthin wandern, wo Aufenthaltsqualität und Grün fehlen, soll „Schattengrün“ im Frühling ein Frankfurter Modellquartier in eine grüne Oase verwandeln. Mit einem leicht handhabbaren Baukasten-Set für Fenster, Balkone und Fassaden entstehen Pflanzensegel, die Hitzeinseln reduzieren, Biodiversität fördern und neue soziale Aufenthaltsorte schaffen. Beide Initiativen verbinden ökologische Wirkung mit breiter Teilhabe.  

Im Frühling 2026 sollen möglichst viele Anwohnerinnen und Anwohner 3 m² große Pflanzenflächen installieren, um ein Frankfurter Modellquartier in eine grüne Oase zu verwandeln. © OMCC

Soziale Gemeinschaft fördern

Weitere drei Projekte veranschaulichen, wie Gestaltung gesellschaftliche Veränderung anstoßen kann: Tobias Trübenbacher und Andreas Lang haben mit Main-Light eine autonome, klimaneutrale Straßenbeleuchtung entwickelt, die dank Solarfolien, insektenfreundlichem Licht und einfacher Installation ohne Stromleitung dunkle Orte im Stadtraum sicher beleuchtet. Die Lichtinstallation findet sich im Park Weseler Werft im Frankfurter Ostend. Mit dem Kiosk of Solidarity entsteht im Frankfurter Bahnhofsviertel ein Ort für Inklusion, Austausch und Sichtbarkeit sozialer Themen. Der neue Treffpunkt bringt Nachbarschaft, Drogenkonsumierende und Initiativen zusammen und wird Dialoge über räumliche, soziale und gesundheitspolitische Konflikte fördern. In Wiesbaden gestalten Anwohnerinnen und Anwohner gemeinsam mit der Stadtverwaltung Hessens ersten Superblock. Vorbild ist die diesjährige Welthauptstadt der Architektur: Superblocks sorgen in Barcelona bereits seit 2016 für verkehrsberuhigte Zonen und erhöhte Lebensqualität innerhalb der dicht bebauten Viertel. Die Initiative „Superblock Rheingauviertel“ wünscht sich dies auch für ihr Stadtzentrum und wird die Straßen in temporäre Begegnungsräume verwandeln. 

Im Park Weseler Werft in Frankfurt findet sich eine solarbetriebene Lichtinstallation für den öffentlichen Raum. © Main-Light

Politischer Dialog 

Das Programm der World Desgin Capital 2026 bietet viele weitere spannende und lehrreiche Veranstaltungen, auf die es sich lohnt einen Blick zu werfen. Mitte November bilden die World Design Policy Days den Abschluss der Entwicklungsreise für die Rhein-Main-Region. Das dreitägige Event öffnet nicht nur den Dialog mit der regionalen Politik, auch das internationale Netzwerk der World Design Capitals wird in der Frankfurter Paulskirche zusammenkommen und den WDC-Titel an die nächste Welthauptstadt des Designs Busan in Südkorea übergeben. 


Veranstaltung: World Design Capital 2026 
Veranstaltungszeitraum: Januar bis Dezember 2026 
Veranstaltungsort: Frankfurt Rhein-Main, Hessen (DE)


Weitere Informationen: wdc2026.org

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