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Angemessener Entwurf für brisante Altstadtsituation

Entwurf für das ?Haus der Begegnung? in Heidelberg von AAg Loebner Schäfer Weber
Platz vor der Jesuitenkirche in Heidelberg (Foto: Aag Loebner Schäfer Weber)

In der Heidelberger Altstadt wird mit dem Um- und Neubau des „Haus der Begegnung“ das neue Zentrum der katholischen Kirche in Heidelberg entstehen. Der Entwurf, mit dem sich das Heidelberger Architekturbüro AAg Loebner Schäfer Weber beim Wettbewerb gegen 18 weitere Teilnehmer durchsetzen konnte, sieht auch eine städtebauliche Aufwertung vor.

Der Planungsbereich umfasste das bestehende Haus der Begegnung und einen Teil des Platzes vor der Jesuitenkirche. Die Planungen von AAg Loebner Schäfer Weber sehen vor das 1968 gebaute Innere des Bestandsgebäudes zu entkernen. Außerdem soll der Anbau, der damals entstanden war, ebenfalls abgerissen werden, um die historischen Maße wieder zu erlangen. Damit erhält die Jesuitenkirche ein angemessenes Vorfeld.

 

Schnitt ?Haus der Begegnung? in Heidelberg von AAg Loebner Schäfer Weber
Plan: Aag Loebner Schäfer Weber

Die dadurch fehlenden Flächen fangen die Architekten mit einem Trick auf. Aus den bisherigen vier Geschossen im Inneren des baroken Gebäudes werden fünf. Die neuen Einbauten lösen sich deshalb teilweise von der Hülle. Dabai sollen Blickbeziehungen und neue räumliche Zusammenhänge entstehen und Tageslicht besser einfallen können.

Durch den neuen Haupteingang aus Glas direkt gegenüber dem Kirchenportal gelangt der Besucher in ein großzügiges, lichtes Foyer, an das sich ein geräumiger Saal für Veranstaltungen anschließt. Eine freitragende Treppe führt in die oberen Geschosse. Dort befinden sich die Räume für die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle, das Kirchenbuchamt, das Bildungswerk und das Dekanatsbüro, die bisher noch in einem Umkreis von 30 Kilometern verstreut sind. Auf der anderen Seite des Eingangs liegen künftig die ebenerdigen Räume der Citypastoral. Darüber entstehen im Neubau Zimmer für Gäste der Kirchengemeinde und des Dekanats.

Optisch soll der neue Kubus ein "Pendant zur Jesuitenkirche in moderner Formsprache darstellen", erklärt Architekt Stefan Loebener. Sichtbeton, der mit gemahlenem Sandstein verkleidet wird, nimmt den Ton der Kirche auf. Die Fassade soll nach der Idee der Architekten mit Sichtschlitzen statt Fenstern ausgeführt werden. Darüber muss aber nach Angaben des Bauherrn noch diskutiert werden.

"Der Entwurf beweist ein hohes Maß an Angemessenheit gegenüber der brisanten Altstadtsituation", begründet der Jury-Vorsitzender Wolfgang Riehle, Präsident der Architektenkammer von Baden-Württemberg die Entscheidung für den Aag-Entwurf. "Das Modell zeigt Respekt vor der Architektur der Kirche und wertet den Richard-Hauser-Platz auf."

Ob der beschriebene Siegerentwurf oder ein anderer der insgesamt vier prämierten Vorschläge umgesetzt wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Bis dahin will der Bauherr mit den Architekten gesprochen haben.

Baubeginn ist für September 2009 geplant. Die Kosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro.

Die Entwürfe werden voraussichtlich ab dem 8. März 2009 eine Woche lang im Haus der Begegnung ausgestellt.

Ansicht: Aag Loebner Schäfer Weber
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