You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Außenanlagen nachhaltig gestalten

Den „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“ des Bundesbauministeriums gab es bislang nur für Gebäude. Nun ist er in einem halbjährigen Forschungsprojekt um ein Modul für Außenanlagen erweitert worden, das künftig auch die Grundlage für die Bewertung von Grün- und Freibereichen in der Gebäudezertifizierung bilden soll.

Bislang waren die Außenanlagen bei der Nachhaltigkeitsbewertung öffentlicher Gebäude in Deutschland nicht berücksichtigt worden.

„Mit diesem Forschungsvorhaben liegt nun erstmals in Deutschland ein Kriterienkatalog zur nachprüfbaren Bewertung der Nachhaltigkeit von Außenanlagen vor, der nun in einer Pilotphase erprobt und bei Bedarf auf andere Bauformen adaptiert werden kann“, schreiben die Berliner Landschaftsarchitekten LA.BAR über den in der vergangenen Woche publizierten Abschlussbericht. Sie hatten das Forschungsvorhaben gemeinsam mit dem Fachgebiet Landschaftsbau-Objektbau der TU Berlin durchgeführt. Auftraggeber war das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

Bislang waren die Außenanlagen bei der Nachhaltigkeitsbewertung öffentlicher Gebäude in Deutschland nicht berücksichtigt worden. Das Projekt sollte daher Kriterien und Vorgehensweisen entwickeln, die das „Bewertungssystem Nachhhaltiges Bauen“ für Bundesbauten (BNB) künftig um diesen Aspekt erweitern. Geplant ist nunmehr, den Kriterienkatalog zunächst in einer Pilotphase an ersten Projekten zu testen und dann für künftige Bundesbauten verpflichtend zu machen. Auch private Bauherren können sich auf freiwilliger Basis daran orientieren.

Außenanlagen

27 Kriterien in sechs Gruppen
Der neue Bewertungskatalog stützt sich im wesentlichen auf Kriterien bestehender Zertifizierungssysteme wie LEED, BREEAM oder dem US-amerikanischen SITES (The Sustainable Sites Initiative). Diese wurden gesichtet, geordnet, sinnvoll gegliedert und schließlich auf 27 Einzelkriterien in sechs Kriteriengruppen reduziert. Die Gliederung folgt der im BNB-System (und auch im DGNB-Zertiifizierungssystem) eingeführten Nachhaltigkeitsbetrachtung, die folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Ökologische Qualität
  • Ökonomische Qualität
  • Soziokulturelle und funktionale Qualität
  • Technische Qualität
  • Prozessqualität
  • Standortqualität


Im Bereich der Ökonomie wird der gesamte Lebenszyklus der Außenanlagen (gerechnet auf 50 Jahre) erfasst und bewertet. Da eine Außenanlage nicht losgelöst von ihrem Standort betrachtet werden kann, fließt dessen Qualität – anders als bei der Gebäudezertifizierung nach BNB und DGNB – auch in die Gesamtnote mit ein.

Eigentlich wäre anzunehmen, dass der Zusammenhang zwischen „Grünanlagen“ und „Nachhaltigkeit“ recht trivial ist. Dennoch stießen die Landschaftsarchitekten von LA.BAR und der TU Berlin bei ihrer Arbeit auf einige Wissens- und Forschungslücken: So bestehen bislang kaum belastbare Erkenntnisse zur Lebensdauer oder zu den Pflegekosten von Außenanlagen. Auch die Ökobilanzierung von Vegetationsflächen ist bislang noch kaum erprobt.

Parallel zum Bewertungssystem wurde in den Forschungsvorhaben eine Checkliste für die nachhaltige Planung von Bundesliegenschaften entwickelt. Sie ist unter anderem in der neu erschienenen Broschüre „Nachhaltig geplante Außenanlagen auf Bundesliegenschaften“ zu finden und kann auch von privaten Bauherrn und Planern als Orientierungshilfe für eigene Projekte genutzt werden.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt:

Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.