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DETAIL Preis 2018 – Preisverleihung in München

Ein eindrucksvolles Ausstellungskonzept begleitete die Verleihung des Detail Preises 2018 am 16. November in München. Vertreter der prämierten Architekturbüros präsentierten im Dialog mit geführten Besuchergruppen ihre fünf Gewinnerprojekte, die auf horizontale Flächen projiziert wurden. Eine in atmosphärische Dunkelheit gehüllte Kunsthalle Lothringer 13 bot dabei die adäquate Plattform für diese fokussierte Art der Architekturvermittlung.


Vertreter der Gewinnerbüros waren aus Chile, Spanien, Dänemark und Großbritannien angereist, um über Hintergründe, Entwurfskonzepte, Konstruktionsmethoden und Planungsdetails ihrer erstplatzierten Gebäude zu berichten und um die Ehrungen persönlich entgegenzunehmen. Die Kunsthalle Lothringer 13 im Münchner Stadtteil Haidhausen bot den Rahmen für ein vom Münchner Lichtkünstler Matthias Singer konzipiertes Ausstellungsdesign. Dabei wurden Bilder und Pläne der fünf Gewinnerprojekte auf horizontale Platten in niedriger Tischhöhe projiziert, während die Halle in Dunkelheit gehüllt war. Lediglich linear gereihte Downlights, deren Lichtkegel durch einen leichten Nebel sichtbar wurden, sorgten für eine atmosphärische Beleuchtung und Orientierung im Raum. Das Hauptaugenmerk lag jedoch über den gesamten Abend auf den Projektionen der prämierten Architektur.

Präsentationen der Gewinnerprojekte
Christián Undurraga und Sebastián Mallea von Undurraga Devés Arquitectos aus Santiago de Chile hoben in ihrer Präsentation unter anderem das fassadenbildende Tragwerk des mit dem »structure – powered by DETAIL special prize« ausgezeichneten Chilenischen Pavillons für die Mailänder Expo 2015 hervor. Das Gebäude samt seiner charakteristischen Struktur erfährt nun in Südchile eine neue und dauerhafte Nutzung, wobei die Architekten auch auf die unterschiedlichen Anforderungen in den beiden Ländern eingingen, die etwa Erdbebenschutz oder Bauphysik mit sich bringen.

Den in diesem Jahr gleich zwei Mal verliehenen DETAIL-Hauptpreis nahmen David Lorente Ibáñez aus dem spanischen Sabadell von Harquitectes für das Bürgerzentrums Cristalleries Planell in Barcelona sowie Mat Cash von Heatherwick Studio aus London für das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (MOCAA) in Kapstadt entgegen. Die Projektverantwortlichen der beiden Sanierungsprojekte waren sich bei einem Gespräch im Nachgang ihrer Präsentationen einig, welche ungeahnten Chancen die jeweiligen Bestandsbauten bei der Entwicklung ihrer innovativen Architektur geboten hatten. Mat Cash erklärte dazu: »I like the process, I like the conversation with the existing building. The building always tells you what it needs«.

Für den »DETAIL inside special prize« reisten Michael Christensen von Christensen & Co. Architects sowie Anders Wesley Hansen von Rørbæk og Møller Arkitekter aus Kopenhagen an. Diese veranschaulichten unter anderem die Vielzahl an Sichtbezügen, die sich durch formale Raffinesse im Atrium des Institutsgebäudes DTU 202 im dänischen Lyngby ergeben.

Nicht zuletzt wurde das über ein Onlinevoting der DETAIL-Leser ausgewählte Projekt Impluvium, einem Gemeindezentrum im spanischen Reinosa geehrt, das vom anwesenden Architektenpaar Carlos García Fernández und Begoña de Abajo Castrillo von RAW / deAbajoGarcía vorgestellt wurde. DETAIL Redakteure führten die Besuchergruppen durch die Ausstellung und übernahmen die Moderationen an den Präsentationstischen.

Würdigung der Preisträger durch die Jury
Im Anschluss begründete Kjetil Trædal Thorsen, Gründungspartner von Snøhetta und Juryvorsitzender des DETAIL Preises 2018, in einem leidenschaftlichen Statement die Auswahl der Preisträger. Die Projekte stellten nicht nur eine Behauptung auf, einen Wunsch im Sinne eines Entwurfsgedanken, sondern erfüllten diesen auch im Ergebnis. Auf jeweils eigene Weise würden sie belegen, was großartige Architektur und Ingenieurtechnik ausmache. Die beiden gleichwertigen Gewinner des DETAIL-Hauptpreises erkannte Thorsen als wahre Meisterwerke an, die für eine lange Zeit Vorbildcharakter hätten. »Ich kann nicht deutlich genug unterstreichen, wie beeindruckt wir in der Jury von der Qualität der Projekte waren, gerade vor dem Hintergrund, dass heute mehr Quadratmeter gebaut werden, als jemals zuvor, und dass Architektur heutzutage so herausfordernd und komplex geworden ist.«, erklärte Thorsen.

Neben ihm waren Teil der Jury Sandra Hofmeister, Chefredakteurin DETAIL, Jakob Schoof, stellvertretender Chefredakteur DETAIL, Manfred Grohmann von Bollinger + Grohmann Ingenieure sowie Philippe Block, Professor an der ETH Zürich. Sandra Hofmeister, die durch den offiziellen Teil der Preisverleihung führte, bedankte sich ihrerseits bei allen Preisträgern dafür, Botschafter guter Architektur zu sein.

Würdigung des DETAIL Preises durch Politik und Sponsoren
Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat betonte in einer Ansprache seine hohe Wertschätzung des DETAIL Preises. Seit dem Jahr 2012 übernehme das Bundesbauministerium die Schirmherrschaft dieser so wichtigen Auszeichnung. »Preise und Wettbewerbe, wie der DETAIL Preis, sind aus Sicht der Bundesregierung ganz wertvolle Werkzeuge zur Förderung von Architektur und Baukultur und bilden hervorragende Anreize sowie einen Motor, damit sich einerseits Neues entwickeln und andererseits Innovation überhaupt durchsetzen kann«, so Staatssekretär Adler in seiner Rede vor dem geladenen Münchner Publikum.

Als Vertreter des Hauptsponsors, die BAU 2019, sprach Reinhard Pfeiffer seinen Respekt vor der Qualität aller, insgesamt 353 Beiträge aus, die sich um den DETAIL Preis 2018 beworben hatten, und würdigte die Auswahl der hochrangigen, und dadurch auch strengen Jury. Ebenfalls äußerte er Komplimente an den DETAIL Verlag für dessen Architektenkommunikation im Rahmen der BAU sowie den DETAIL Preis, den die Messe München von Anfang an unterstützt habe.

Weitere Partner und Sponsoren des DETAILPreises 2018 waren die Bayerische Architektenkammer, das NAX –Netzwerk Architekturexport, die Landeshauptstadt München, die Bundesingenieurkammer sowie die Unternehmen Creaton, Deutsche Bank, Kleusberg, Schnitzer&, Glen Dimplex Thermal Solutions und LG Hausys. Letzteres sponserte zudem auch die Siegerpreise, die aus dem Mineralwerkstoff Hi-Macs
gefertigt wurden und fortan einen besonderer Platz in der Materialbibliothek der Architekten einnehmen dürften. In knapp zwei Jahren besteht erneut Gelegenheit dazu, sich mit qualitätsvoller Architektur für die Auszeichnung zu bewerben.

Zuvor werden die diesjährigen Preisträger erneut nach München reisen, um im Rahmen der Messe BAU 2019 und des DETAIL Forums in Halle A4 am Mittwoch, den 16. Januar 2019 ihre Gewinnerprojekte der Öffentlichkeit vorzustellen.

Autorin: Sabina Strambu

ARCHITEKTUR & DESIGN

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