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Architektur | Themen

Deutsche-Bank-Hochhaus saniert

Nach dreijähriger Renovierung sind die beiden 155 Meter hohen Türme der Deutschen Bank in Frankfurt wiedereröffnet worden. Die Arbeitsplatzkapazität in dem Gebäude ist auf 3000 gestiegen, die Verbrauchszahlen dagegen wurden sämtlich – und größtenteils deutlich – gesenkt.

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Fast auf den Tag genau vor 26 Jahren, im Februar 1985, war der Hauptsitz der Bank an der Taunusanlage 12 erstmals eingeweiht worden. Die Pläne lieferten seinerzeit Walter Hanig, Heinz Scheid und Johannes Schmidt vom Büro ABB Architekten. Seitdem sind die Türme zu einem Wahrzeichen der Stadt Frankfurt und des Finanzplatzes Deutschland geworden. Für die Sanierung, die im Dezember 2007 in Angriff genommen wurde, zeichneten nunmehr das Mailänder Büro MBA Mario Bellini Architects (Entwurf) sowie gmp – von Gerkan, Marg und Partner (Technische Architekten) verantwortlich.

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Mit dem Umbau verfolgte die Deutsche Bank AG mehrere Ziele auf einmal: Energie- und damit Kosteneinsparung, eine höhere Aufenthaltsqualität und damit Arbeitnehmerzufriedenheit, ein „grünes“ Image und nicht zuletzt eine effizientere Raumausnutzung. Hierzu soll nicht zuletzt die „schlankere“ Gebäudetechnik beitragen, die es ermöglichte, zusätzlichen, zuvor durch die GTA belegte Flächen für Arbeitsplätze zurückzugewinnen. Insgesamt enthalten die beiden Türme auf 38 bzw. 40 Ober- sowie drei Untergeschossebenen gut 120.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und 75.000 Quadratmeter vermietbare Flächen.

Die Ressourcen- und Energieeffizienz der Türme wurde bereits mit den jeweils höchstmöglichen Zertifikaten LEED-Platin und DGNB-Gold prämiert. Scot Horst (US-Green Building Council) und Prof. Manfred Hegger (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) überreichten die beiden Zertifikate im Rahmen der Wiedereröffnung an Hermann-Josef Lamberti, dem als Chief Operating Officer für die Umbaumaßnahme zuständigen Vorstandsmitglied der Deutsche Bank AG.

Damit sind die „Greentowers“ der Deutschen Bank die erste Komplettsanierung eines Gebäudes überhaupt, die die DGNB auszeichnet. Um ein solches Zertifikat zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • 80 Prozent der Nettogrundfläche müssen modernisiert/erneuert werden,
  • die Gebäudetechnischen Anlagen müssen modernisiert/erneuert werden,
  • 80 Prozent des Primärtragwerks bleiben erhalten.

Begleitet wird die Wiedereröffnung der Türme durch eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Globe. For Frankfurt and the World“. Vom 2. März bis 15. April 2011 gestalten internationale Künstler in den Räumen, in denen später das Restaurant untergebracht sein wird, ein öffentliches Programm mit Filmen, Videos, Musik und Diskussionen.

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Fakten zu Bau und Umbau der Deutschen Bank-Türme

Erbaut 1979-1984 in Frankfurt am Main als Konzernzentrale der Deutschen Bank
Entwurf und Bauleitung: ABB Architekten, Walter Hanig, Heinz Scheid, Johannes Schmidt
Erstbezug: 1984, Eröffnung: Februar 1985

Komplettsanierung, Modernisierung und Wiederbezug:
Dezember 2007 - Februar 2011, Eröffnung: Februar 2011
Architekturdesign: MBA Mario Bellini Architects
Technischer Architekt: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Die wichtigsten Gebäudedaten
Arbeitsplatzkapazität durch flexibles Bürokonzept: max. 3.000
Höhe der beiden Bürotürme: jeweils 155 m
3 Untergeschosse, 38 Geschosse in Turm A und 40 Geschosse in Turm B

Grundstücksfläche: 13.021 m²
Brutto-Grundfläche: 121.522 m²
vermietbare Fläche 75.093 m²
Tiefgaragenplätze: 298
Tankstellen für Elektroautos: 10
Fahrradstellplätze: 160
Anzahl der öffenbaren Fenster: 2.080

Green-Building-Zertifizierungen nach LEED (Platin) und DGNB (Gold)

Nachhaltigkeitsaspekte im Einzelnen:

  • 98% Recyclingquote
    Recycling von 30.500 Tonnen Material während der Sanierung und Ausstattung von 15.000 m² Bürofläche mit wieder verwendeten Materialien

  • 67% weniger Heiz- und Kühlenergie im Jahr entspricht der Heizenergie für ca. 750 Einfamilienhäuser

  • 55% weniger Stromverbrauchentspricht dem Jahresverbrauch von ca. 1.900 Einfamilienhäusern

  • 74% Wasserersparnis pro Jahr entspricht dem Inhalt von 22 Olympischen Schwimmbecken

  • 89% weniger CO2 pro Jahr entspricht der Emission von 6.000 PKW bei einer Fahrleistung von je 12.000 km [bezogen auf die Primärenergie, davon 55% durch weniger Verbrauch, 34% durch regenerative Energie]

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