Gebaute Landschaft
19.05.2010 2010-05-19 23:00:00
Nachhaltigkeit definiert sich nicht nur über einen geringen Energieverbrauch, sondern auch über weniger messbare Faktoren Aufenthaltsqualität und natürliche Belichtung. Ein Beispiel ist das neue ETH Sport Center Science City von Dietrich|Untertrifaller Architekten und Christof Stäheli. Als eines der ersten Gebäude überhaupt erfüllt es den neuen Schweizer Minergie-ECO-Standard.

Foto: Ralph Bensberg
Der Campus Hönggerberg der ETH Zürich, nordwestlich der Innenstadt inmitten von Wäldern und Wiesen gelegen, war lange Zeit ein monofunktionaler Ort der Forschung und Lehre. Nun sollen Studentenwohnungen, ein Akademisches Gästehaus und ein neues Sportzentrum neues Leben in das Areal bringen.

Zeichnung: dietrich/untertrifaller
Das ETH Sport Center von Dietrich|Untertrifaller und Christof Stäheli bildet den östlichen Abschluss des Campus und verzahnt diesen mit dem dort anschließenden Grünraum. Die dreigeschossige, dreifeldrige Halle wurde in das geneigte Gelände eingetieft. Oberlichtbänder und zwei breite Geländeeinschnitte im Osten versorgen sie dennoch großzügig mit Tageslicht; Raumoberflächen in gebrochenem Weiß tragen zur lichten Atmosphäre der Innenräume bei. Im Süden und Westen rahmt ein L-förmiger, glasverkleideter Riegel mit Tribüne, Umkleiden, Büros und Trainingsräumen das Hauptvolumen.

Zeichnung: dietrich/untertrifaller

Zeichnung: dietrich/untertrifaller
Als eines der ersten Gebäude der Schweiz erfüllt das ETH Sport Center den 2006 eingeführten Standard Minergie-ECO, der neben Anforderungen an die Energieeffizienz auch Vorgaben für Lärmschutz, Raumluftqualität und Rohstoffverbrauch macht. Gebäude, die nach Minergie-ECO zertifiziert werden sollen, müssen mehr als 100 Kriterien von der Kompaktheit des Baukörpers bis zum Verzicht auf Holzschutzmittel nachweisen.

Zeichnung: dietrich/untertrifaller
Das Niedertemperatur-Heiznetz der ETH Hönggerberg deckt den kompletten Wärmebedarf des Sport Center. Alle Teile des Gebäudes werden über großflächige Fußbodenheizungen temperiert. Warmwasser stellt eine Wärmepumpe bereit, die ihre thermische Energie gleichfalls aus dem Heiznetz bezieht. Ferner gewinnen Wärmetauscher rund 70% der Wärme aus der Abluft der Halle zurück.
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