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Architekturmuseen, DAM, Frankfurt

Architekturmuseen als virtuelle Räume (Teil 1): Deutschland

Deutsches Architekturmuseum
Der erste Blick richtet sich ans DAM nach Frankfurt, geleitet von Peter Cachola Schmal. Die Schau „Die neue Heimat (1950-1982)“ war gerade fünf Tage eröffnet, als der Shutdown kam und auch die Ausstellung „Böhm 100: Der Beton-Dom von Neviges“ schließen musste. Das Museum bot daraufhin virtuelle Besuche an, in Form von Filmen und Livestreams.

Einen festen Platz für diese Formate sieht der DAM-Direktor für die Zukunft aber nicht, denn er sagt: „Grundsätzlich denke ich, dass der virtuelle Museumsbesuch keine Alternative sein wird, er kostet Geld und bringt keine Einnahmen“. Verdienen könnten damit nur die größten Häuser, wie die Tate Modern in London oder das Met in New York. Dort könne man sich vorstellen, dass Interessierte für ein tieferes Eindringen in das Ausstellungsgeschehen auch bezahlen. Für das DAM gelte das nicht.

Dabei ist es als städtische Institution finanziell gar nicht so schlecht aufgestellt – besser als viele private Galerien. Und so kann sich das Museum auch leisten, Webinare anzubieten. Hervorgegangen sind sie aus den Jurysitzungen für den diesjährigen DAM Preis, die alle vor dem Rechner geführt wurden. Mit den Finalisten fanden zunächst wöchentliche Webinare statt, die schließlich in zweiwöchentliche Vorträge aller Teilnehmer der Shortlist mündeten. Peter Cachola Schmals Optimismus ist dennoch verhalten: “Eine gestreamte Veranstaltung muss kurzweilig und qualitativ top sein – was sich in erhöhten Kosten für die Technik niederschlägt. Bei null Einnahmen muss man genau überlegen, wann man diese Kosten investieren will oder muss.“ So bleibt die Sorge um die großen finanziellen Einbußen bestehen: Absurd ist, dass sie sich seit der Öffnung des Museums sogar verschlimmert haben, denn die Ausgaben orientieren sich am Normalbetrieb, während die Einnahmen viel geringer sind als vorher. „Die kulturaffinen Menschen vertrauen den Innenräumen noch nicht sehr, wir kommen auf 500 Besucher die Woche – im Vergleich zu Vor-Coronazeiten etwa ein Drittel.“

Eine analog-digitale Balance versucht das Museum für die Verleihung des internationalen Hochbaupreises der Stadt Frankfurt zu schaffen. Im würdigen Rahmen der Paulskirche wird eine geringe Zahl von Teilnehmern physisch anwesend sein, um denen ein menschliches Feedback zu bescheren, die nur per Livestream zugeschaltet sein können.

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