You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Fassade, VHF, Schiefer, Mauerwerk, Deppe Backstein-Keramik, Kirche, Satteldach

Satteldach statt Turm

Im münsterländischen Greven baute die Gemeinde aufgrund schlechter Bausubstanz und Energiebilanz ihre aus dem Jahr 1953 stammende Kirche zurück, um diese durch einen Neubau zu ersetzen. Den ausgelobten Wettbewerb gewann das Architekturbüro e4 Architekten. Die alte Josefkirche wich dem neuen Josefzentrum, der Kirchturm einem hohen Satteldach, der einstige Ort der Bedächtigkeit und Ruhe ist jetzt explizit ein Ort der Kommunikation. Die alte Kirche prägte mit ihrem markanten Volumen das städtebauliche Umfeld. Den Architekten gelang es den Standort mit Hilfe des neuen Zentrums als Kombination aus Kirche und Gemeindehaus weiterzuentwickeln und zu vitalisieren. Dabei übt sich der Neubau in Zurückhaltung, nimmt durch seine Gestalt und vielseitige Funktion aber dennoch einen festen Platz im Ort ein. Der neue Kirchplatz ist mit hohen Aufenthaltsqualität gestaltet: Der Kirchhof bildet eine geschützte Vorzone und stellt einen fließenden Übergang zwischen Gebäude und öffentlichem Raum dar. Ein geschlossener, zur Grundstücksgrenze vorgelagerter begrünter Innenhof legt sich schützend vor den öffentlichen Raum.

Transparent und flexibel
Der neue Kirchraum verschwindet nicht hinter dicken Mauern, sondern ist transparent und offen gestaltet, ohne die für einen sakralen Bau nötige Ruhe zu verlieren. So kann der Kirchraum nach Norden über Glaselemente vollständig Richtung Kirchhof geöffnet werden. Auch im Süden ermöglichen großzügige Fensterfronten den Blick gen Patio. Über Trennwände können dem Kirchraum zwei Gruppenräume zugeschaltet und das Raumangebot auf diese Weise flexibel erweitert werden. Das Satteldach über dem Kirchenraum ist einheitlich mit Holz verkleidet. Diese zurückhaltende Gestaltung setzt die liturgischen Elemente wie Tabernakel und Altar in Szene. Lediglich die Giebelwand hinter dem Altar ist innenseitig weiß gestaltet. Diese Fläche kann für Beamer-Präsentationen unterschiedlicher Gottesdienstformate genutzt werden.

Prägende Elemente erhalten und integrieren
Um eine Verbindung zum Vorgängerbau herzustellen entschieden sich die Architekten dafür, das Sandsteinportal der Josefskirche am Haupteingang des Neubaus zu platzieren, ebenso sind die historischen Rundbogenfenster und die Rosette in den Neubau integriert, das Sandsteinkreuz der alten Kirche findet sich am Giebel des Neubaus wieder. Um dem Ort ein Stück der gewohnten Identität zurückzugeben wählten die Planer einen weiß geschlämmten Wasserstrich-Ziegel von Deppe, der mit seinen durchscheinenden roten Scherben an die Farbgebung des Vorgängerbaus erinnert.

 

 

weitere Informationen unter:

www.deppe-backstein.de

 

 

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
/0
Kistefos Museum, Oslo, BIG

Let’s twist again: Kistefos Museum bei Oslo von BIG

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.