24.11.2006

Europäische Architektenkonferenz (ECOLA) feiert Premiere

Sto AG und Deutscher Stuckgewerbebund verleihen 4. Architekturpreis PutzZum ersten Mal fand vom 16. bis 18. Oktober 2006 in Apulien die European Conference of Leading Architects (ECOLA) statt.

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Sto AG und Deutscher Stuckgewerbebund verleihen 4. Architekturpreis Putz Zum ersten Mal fand vom 16. bis 18. Oktober 2006 in Apulien die European Conference of Leading Architects (ECOLA) statt.

Drei Tage lang diskutierten 25 führende europäische Architekten die Zukunftsfähigkeit des Werkstoffs Putz; künftige Anwendungsmöglichkeiten und neue Gestaltungspotenziale. Höhepunkt der Konferenz war die feierliche Verleihung des 4. Architekturpreises Putz.

Mit der European Conference of Leading Architects fand der 4. Architekturpreis Putz, den der Deutsche Stuckgewerbebund und die Sto AG in diesem Jahr erstmals europaweit ausgelobt hatten, seinen krönenden Abschluss. Eingeladen waren alle Preisträger des Wettbewerbs, die Mitglieder der Nominierungsjury sowie die fünf Auswahljuroren des Wettbewerbs, die im Sommer über Sieger und Platzierte entschieden hatten.

Vorträge von Gerhard G. Feldmeyer (HPP – Hentrich Petschnigg & Partner KG, Düsseldorf) und Konrad Wohlhage (Léon Wohlhage Wernik Architekten, Berlin) eröffneten den Kongress. Gerhard G. Feldmeyer zeichnete in seinem Referat „The everyday architecture of the future: social, affordable, ecological and ...?“ („Die Alltagsarchitektur der Zukunft: Sozial, bezahlbar, ökologisch und ...?“) die Entwicklungslinien der oft anonymen Alltagsarchitektur nach, die bis heute den größten Teil unserer Städte ausmacht. Putz ist, so Feldmeyer, ein natürlicher Bestandteil bezahlbarer und ökologisch sinnvoller Alltagsarchitektur: „Putz ist möglicherweise nicht (mehr) der Stoff, aus dem Paläste sind, aber er eignet sich, den heutigen Anforderungen an Ökonomie, Ökologie und gute Gestaltung gerecht zu werden. Das Klischee vom stumpfen und langweiligen ?Einheitskleid‘ aus Putz hält sich vermutlich vor allem deshalb so standhaft, weil viele, die es verbreiten, es nicht besser wissen wollen.“

Konrad Wohlhage ging in seinem Vortrag „Reinventing a Skin Still Named Plaster“ (Die Haut, die sich noch immer Putz nennt, neu erfinden“) auf eine der wichtigsten gestalterischen Eigenschaften von Putz ein: „Putz als Oberfläche eines Hauses hat eine faszinierende Eigenschaft, die ihn von den meisten anderen Fassadenmaterialien unterscheidet: Putz ist ein Lichtfänger.“ Die künftige Entwicklung von Putzen muss nach Wohlhage zweierlei leisten: einerseits traditionelle Handwerkstechniken bewahren und andererseits bautechnischen Innovationen dienen, insbesondere bei Wärmedämm-Verbundsystemen. Wohlhages Resümee: „Die kritische Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Putz ist schon lange in vollem Gange, wie nicht zuletzt die Ergebnisse der bisherigen vier Architekturwettbewerbe Putz gezeigt haben. Der ?Bundesdeutsche Architekturpreis Putz‘ der Vergangenheit und die neue ECOLA-Initiative dienen dabei als Katalysator, als Beschleuniger des Prozesses.“

In der anschließenden, von Prof. Herman Hertzberger moderierten Diskussionsrunde erörterten die Preisträger die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs, für den 15 Auswahljuroren insgesamt 142 Projekte aus acht europäischen Ländern nominiert hatten. Eine 5-köpfige Jury unter Vorsitz von Herman Hertzerger hatte hieraus insgesamt drei Erste Preisträger gewählt und drei Lobende Erwähnungen sowie zwei Sonderauszeichnungen vergeben. In der Debatte standen die Möglichkeiten der technischen und gestalterischen Weiterentwicklung zeitgenössischer Putze sowie der experimentellen Oberflächengestaltung im Vordergrund. Die gleiche Zielrichtung verfolgte der Praxisteil der Konferenz. Jedem Architekten standen hierbei unterschiedlichste Putze, Farben, Pigmente, Sande usw. zur Verfügung, mit deren Hilfe er sein eigenes, inpiduelles „Putz-Statement“ formulieren konnte. Mit der feierlichen Preisverleihung des 4. Architekturpreises Putz und einem festlichen Dinner unter freiem Himmel ging der ECOLA-Kongress zu Ende.

Eine umfangreiche Dokumentation versammelt alle 142 Projekte, die Siegerarbeiten sowie Vorträge von Peter Blundell Jones, Konrad Wohlhage und Gerhard G. Feldmeyer. Der zweisprachige (dt./engl.), durchgängig bebilderte und mit zahlreichen Zeichnungen versehene Band ist zum Preis von 19,80 Euro zu beziehen unter: Sto-Infofabrik, Fax +49 77 44 57-1310, m.basler@stoeu.com (ECOLA European Conference of Leading Architects im 4. Architekturpreis Putz, Leinfelden-Echterdingen / Stühlingen / Berlin: 2006, 368 S.)

Die Teilnehmer der 1. ECOLA-Konferenz:

Jelena Bozic
Peter Cheret & Jelena Bozic Architekten, Stuttgart, D

Peter Breil
Atelier5, Bern, CH

Alison Brooks
Alison Brooks Architects, London, GB

Peter Brückner
Brückner & Brückner Architekten und Ingenieure, Würzburg / Tirschenreuth, D

Rolf Bruggink
Zecc Architecten, Utrecht, NL

Helmut Dietrich
Dietrich / Untertrifaller Architekten, Bregenz, A

Gerhard G. Feldmeyer
HPP Hentrich- Petschnigg & Partner KG, Düsseldorf, D

Arne Fentzloff
ARCHITEKTUR 109, Mark Arnold und Arne Fentzloff, Stuttgart, D

Maria Giuseppina Grasso Cannizzo
Studio Maria Giuseppina Grasso Cannizzo, Victoria, I

Lisa Hassanzadeh
Concrete Architectural Associates, Amsterdam, NL

Herman Hertzberger
Architectuurstudio Herman Hertzberger, Amsterdam, NL

Jürgen Hilger
Vorsitzender des Deutschen Stuckgewebebundes, Berlin; D

Rainer Kasik
x architekten, Linz / Wien, A

Günter Katherl
Caramel Architekten, Wien, A

Rainer Köberl
Rainer Köberl Architektur, Innsbruck, A

Dirk de Leeuw
Dirk de Leeuw architects, Brüssel / Bruxelles, B

Pietro Carlo Pellegrini
Pietro Carlo Pellegrini Architetto, Lucca, I

Hans Jörg Ruch,
Hans Jörg Ruch Architektur, St. Moritz, CH

Amandus Sattler
Allmann Sattler Wappner Architekten, München, D

Jochen Stotmeister
Vorstandsvorsitzender Sto AG, Stühlingen, D

Gert Wingårdh
Wingårdh Arkitektkontor AB, Göteborg, S

Konrad Wohlhage
Léon Wohlhage Wernik Architekten, Berlin, D

Erich Wucherer
Giner + Wucherer, Innsbruck, A

Mit einem 1. Preis im ECOLA-Award 2006 wurden ausgezeichnet:
- Sudhaus Adambräu in Innsbruck, A
Architekten: Arge Köberl & Giner + Wucherer, Pfeifer Innsbruck, A
(Kategorie: Sanierung / Renovierung / Umbau)

- Gästehaus für Pilger in Lucca, I
Architekt: Pietro Carlo Pellegrini Architetto, Lucca, I
(Kategorie: Schwarzbrot-Architektur)

- „Falthaus“ (Einfamilienhaus) in Klosterneuburg, A
Architekten: x architekten, Linz, A
(Kategorie: Neubauten)

Je eine Lobende Erwähnung erhielten:
- Chesa Madalena (Galerie Tschudi) in Zuoz, CH
Architekt: Hans Jörg Ruch, St. Moritz, CH

- „Laboratorium of Living“ (Umnutzung eines Lagers in ein Wohngebäude) in Utrecht, NL
Architekten: Zecc Architecten, Utrecht, NL

- Renovierung eines Einfamilienhauses in Ragusa, I
Architektin: Maria Giuseppina Grasso-Canizzo, Victoria, I

Sonderauszeichnungen gingen an:
- Sanierung des Doppelwohnhauses von Le Corbusier in der Weißenhof-Siedlung, Stuttgart, D
Architekten: ARCHITEKTUR 109, Mark Arnold und Arne Fentzloff, Stuttgart, D

- „Haus der Gegenwart“ in München, D
Architekten: Allmann Sattler Wappner Architekten, München, D

Foto: Sto
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